{"id":116,"date":"2016-06-16T10:32:12","date_gmt":"2016-06-16T08:32:12","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=116"},"modified":"2016-06-19T23:42:46","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:46","slug":"computer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=116","title":{"rendered":"Computer"},"content":{"rendered":"<h2><b>Betrugsaufkl\u00e4rung mit Computerprogrammen<\/b><\/h2>\n<p>Ein neuer Trend bei der technischen Aufkl\u00e4rung des Versicherungsbetruges ist der Einsatz von Rekonstruktions- und Simulationsprogrammen. Mit diesen Hilfsmitteln k\u00f6nnen in der Unfallrekonstruktion t\u00e4tige Sachverst\u00e4ndige aus Unfallspuren und nach der Auswertung der Fahrzeugdeformationen Geschwindigkeiten berechnen. So ist es beispielsweise m\u00f6glich, mit diesen Programmen Kollisionsgeschwindigkeiten zu bestimmen, wenn gen\u00fcgend Ank\u00fcpfungsparameter vorliegen. Auch k\u00f6nnen damit Kurvengrenzgeschwindigkeiten oder ein Geschwindigkeitsabbau bei Auffahrkollisionen berechnet werden.<\/p>\n<p>Die exakten Geschwindigkeiten sind aber nur in den seltensten F\u00e4llen zur Beantwortung der Frage, ob es sich um ein fingiertes Ereignis handelt, von Interesse. Aus der Rekonstruktion vieler realer Unfallereignisse ist bekannt, dass die Geschwindigkeitssch\u00e4tzungen von Unfallbeteiligten und Zeugen meist nicht mit den tats\u00e4chlich vorliegenden \u00fcbereinstimmen. Die zeitliche K\u00fcrze des Unfallereignisses f\u00fchrt in aller Regel dazu, dass die (vermeintliche) Erinnerung der Beteiligten st\u00e4rker durch R\u00fcckschl\u00fcsse als durch konkrete Beobachtungen gepr\u00e4gt ist. Eine Ausnahme bilden Personen, die von Berufs wegen besser mit der Problematik \u201cVerkehrsunf\u00e4lle\u201d vertraut sind. So lassen sich bei einer technischen Analyse regelm\u00e4\u00dfig zumindest kleinere Unstimmigkeiten in den Unfallschilderungen der Beteiligten aufzeigen. Es w\u00e4re absurd, hieraus den Beweis f\u00fcr ein fingiertes Unfallereignis abzuleiten. Erst wenn sich krasse Diskrepanzen zwischen dem geschilderten und dem rekonstruierten Ablauf ergeben (vgl. <a href=\"http:\/\/unfallforensik.maindev.de\/dobrick.cms\/cms3.php?sessionid=&amp;objectid=be-beispiel&amp;pathid=root%2Flexikon%2Fbetrug%2Fhome%2Ftext&amp;language=de&amp;targettype=0\">Beispiel Kettenauffahrunfall<\/a>), kann dies als Hinweis oder Teilbeweis f\u00fcr ein fingiertes Geschehen interpretiert werden. Krasse Widerspr\u00fcche lassen sich aber ebenso gut mit \u00fcberschl\u00e4gigen Berechnungen aufzeigen; es bedarf dazu keiner Nachkommastellen der Berechnung.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich sagen, dass alle Programme auf den in der Unfallrekonstruktion t\u00e4glich verwendeten Formeln aufbauen. Sie k\u00f6nnen keine anderen oder besseren Ergebnisse liefern als manuelle Berechnungen ohne aufwendigen Einsatz von Rechnerprogrammen. Oftmals sind die hinter den Recheng\u00e4ngen versteckten Annahmen und Eingangswerte f\u00fcr Au\u00dfenstehende nicht mehr nachvollziehbar. Eine beunruhigende Entwicklung auf diesem Sektor ist, dass sich Verfasser derartiger Computeranalysen oft hinter kryptischen Computerausdrucken verstecken. Sie pr\u00e4sentieren den \u00abBeweis\u00bb des fingierten Geschehens in Form \u00abeindeutiger\u00bb Computeranalysen. Die \u00dcberpr\u00fcfung solcher Analysen f\u00e4llt oft nicht leicht, da alle Eingabewerte, Vereinfachungen und programmspezifische Besonderheiten nachvollzogen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig Muss man bei solchen \u00dcberpr\u00fcfungen feststellen, dass das eindeutige Ergebnis an nicht haltbare Randbedingungen gekn\u00fcpft ist. Das beste Hilfsmittel zur Analyse m\u00f6glicherweise fingierter Unf\u00e4lle bleibt der menschliche Verstand. Dieser besitzt gegen\u00fcber Computerprogrammen den weiteren Vorteil, dass alle Verfahrensbeteiligten dar\u00fcber verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Einen durchaus sinnvollen Einsatz leisten Computer als Handwerkszeug bei Kompatiblit\u00e4tsanalysen. Mit Hilfe von Bildverarbeitungsprogrammen lassen sich Vorsch\u00e4den nachweisen, Masken von Fahrzeugkonturen \u00fcberlagern und Fahrzeugkonturen durch eine Gegen\u00fcberstellung am Bildschirm miteinander vergleichen. Ein gro\u00dfer Vorteil dabei ist, dass die Ergebnisse sich in den Gutachten anschaulich pr\u00e4sentieren lassen. So haben alle Beteiligte die M\u00f6glichkeit, anhand der Ausdrucke die Arbeitsschritte nachzuvollziehen.<\/p>\n<p><b>Beispiel einer \u201cMetamorphose\u201d<\/b><br \/>\nDas linke obere Bild zeigt einen Unfallschaden, der vor der Aufnahme rechts unten (zwei Monate sp\u00e4ter) laut Zeugenaussagen vollst\u00e4ndig beseitigt gewesen sein soll. Durch \u00dcberlagern der Aufnahmen nach Angleichen der Perspektiven am Rechner zeigt sich in der Bildsequenz mit abnehmder Deckkraft des ersten Bildes ohne Zweifel, dass der Unfallschaden identisch ist. Es erfolgte nur eine Verst\u00e4rkung des Schadens, nicht jedoch eine Reparatur. Der falsche Zeugenbeweis konnte widerlegt werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_117\" style=\"width: 719px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-117\" class=\"wp-image-117 size-full\" src=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/meta1.jpg\" alt=\"meta1\" width=\"709\" height=\"118\" srcset=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/meta1.jpg 709w, https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/meta1-300x50.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><p id=\"caption-attachment-117\" class=\"wp-caption-text\">Erster Unfall 100 % Deckkraft<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_118\" style=\"width: 719px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-118\" class=\"wp-image-118 size-full\" src=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/meta2.jpg\" alt=\"meta2\" width=\"709\" height=\"116\" srcset=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/meta2.jpg 709w, https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/meta2-300x49.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><p id=\"caption-attachment-118\" class=\"wp-caption-text\">Zweiter Unfall 50 % Deckkraft Foto erster Unfall<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betrugsaufkl\u00e4rung mit Computerprogrammen Ein neuer Trend bei der technischen Aufkl\u00e4rung des Versicherungsbetruges ist der Einsatz von Rekonstruktions- und Simulationsprogrammen. 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