{"id":149,"date":"2016-06-18T09:42:16","date_gmt":"2016-06-18T07:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=149"},"modified":"2016-06-19T23:42:46","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:46","slug":"statistik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=149","title":{"rendered":"Statistik"},"content":{"rendered":"<h2>Statistische Materialien (1\/3)<\/h2>\n<p>In den letzten Jahrzehnten stellen Versicherungsgesellschaften in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich eine starke Zunahme an betr\u00fcgerischen Schadenersatzanspr\u00fcchen fest. F\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen gibt es verschiedene Ursachen. Die Hauptursache ist sicher, dass der Normalb\u00fcrger kein Unrechtsbewusstsein hat, wenn er die anonyme Versicherungsgesellschaft betr\u00fcgt, und au\u00dferdem ist das Risiko, dabei ertappt zu werden, sehr gering. Wird ein Versicherungsbetrug dann doch einmal bewiesen, besteht nur ein geringes \u00f6ffentliches Interesse an Sanktionen. Versicherungsbetrug wird in weiten Teilen der Gesellschaft als Kavaliersdelikt angesehen.<\/p>\n<p>Eine Vorstellung zur Gr\u00f6\u00dfenordnung des Betruges zum Nachteil von Versicherungen vermittelt folgende Abbildung. Diese Zahlen wurden von der GfK (Gesellschaft f\u00fcr Konsumforschung) schon vor einigen Jahren erhoben und publiziert. Das Datenmaterial basieren auf pers\u00f6nlichen Befragungen einer repr\u00e4sentativer Verbrauchergruppe. Eine der gestellten Fragen war, ob sie ihre Versicherungsgesellschaft in den letzten f\u00fcnf Jahren betrogen haben. In der Kfz-Haftpflicht beantworteten diese Frage freim\u00fctig mit Ja, in der Allgemeinen Haftpflicht sogar 20 %! Da nur ein Teil der Befragten offen antwortet, ist die Dunkelziffer bei derartigen Interviews sehr hoch.<\/p>\n<table>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center;\"><strong>Versicherungssparte<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align:center;\"><strong>Zugegebener Betrug in Prozent<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center;\">Allg. Haftpflicht<\/td>\n<td style=\"text-align:center;\">19%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center;\">Hausrat<\/td>\n<td style=\"text-align:center;\">15%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center;\">Kfz-Haftpflicht<\/td>\n<td style=\"text-align:center;\">7,3%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center;\">Kfz-Kasko<\/td>\n<td style=\"text-align:center;\">5,5%<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Nach meiner pers\u00f6nlichen Einsch\u00e4tzung, basierend auf 17 Jahre Berufserfahrung mit Betrugsaufkl\u00e4rung, d\u00fcrfte zwischen 1 bis 2 der f\u00fcr Unfallsch\u00e4den mit KFZ ausgezahlten Versicherungssummen auf Betrugshandlungen entfallen. Hierin mit einbezogen sind die vielen kleinen Schummeleien, wie Verschweigen von Vorsch\u00e4den und der weit verbreitete Abrechnungsbetrug der mit der Unfallreparatur beauftragten Werkst\u00e4tten.<br \/>\nIn dem folgenden Bericht wird ausschlie\u00dflich auf Betrugsaufkl\u00e4rung in Verbindung mit Kraftfahrzeugen eingegangen. In dieser Sparte gehen sehr zur\u00fcckhaltende Sch\u00e4tzungen von einem j\u00e4hrlichen finanziellen Schaden von 4 Mrd. DM aus, der auf Betr\u00fcgereien mit Kraftfahrzeugen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Nach den von mir genannten Zahlen ergibt sich sogar ein Schaden von 7 bis 12 Milliarden DM.<\/p>\n<p>Durch die Deregulierung des Marktes stehen die Versicherungsgesellschaften unter einem enormen Kostendruck. Bei dem Versuch, ihre Kosten zu reduzieren, gehen die sie unterschiedliche Wege. Die meisten Gesellschaften setzen zurzeit auf \u201ekundenfreundliche und offensive Schadenregulierung\u201c. Unangenehme Fragen werden erst gar nicht gestellt, das spart Personal und die Kunden freuen sich \u00fcber die schnelle und komplikationslose Regulierung. Hierdurch ergeben sich -kurzfristig betrachtet- betr\u00e4chtliche Personaleinsparungen.<\/p>\n<p>Erste statistische Auswertungen zeigen aber bereits als negativen Trend, dass der Schadenaufwand der Versicherungen trotz stagnierender oder sogar r\u00fcckl\u00e4ufiger Unfallstatistik der Polizei stark ansteigt.<\/p>\n<p>Die Hauptursache f\u00fcr diesen Trend setzt zweifellos die fehlende Pr\u00fcfung der Anspruchsgrundlage und \u2013h\u00f6he. Infolge der stimulierenden Erfahrungen der Gesch\u00e4digten mit dieser \u201ekundenfreundlichen Regulierungspraxis\u201c wird sich diese Tendenz in den kommenden Jahren durch zunehmende Betrugshandlungen aller Gruppen noch erheblich verst\u00e4rken. Bei dem Abrechnung von Versicherungssch\u00e4den ist es \u00e4hnlich wie bei der Steuererkl\u00e4rung und der Abrechnungspraxis der \u00c4rzte:<\/p>\n<p><strong>Fehlende Kontrolle f\u00f6rdert den Betrug!<\/strong><\/p>\n<p>Bei dem zweite Weg, den einige Gesellschaften beschreiten, beschr\u00e4nkt sich die Betrugsbek\u00e4mpfung nicht auf Lippenbekenntnisse und die Anschaffung von Betrugssoftware zur automatisierten Pr\u00fcfung. Sie verf\u00fcgen \u00fcber gut ausgebildete Spezialabteilungen, die verd\u00e4chtige F\u00e4lle in der Schadenbearbeitung herausfiltern, Recherchen durchf\u00fchren und bei Best\u00e4tigung des Betrugsverdachts die ungerechtfertigten Anspr\u00fcche energisch bek\u00e4mpfen. Die vorliegenden Analysen zur Rentabilit\u00e4t gut ausgebildeter, auf Effizienz ausgerichteter Betrugsabteilungen belegen eine auch den Skeptiker \u00fcberzeugende Bilanz zwischen Kosten und Nutzen, selbst wenn die Pr\u00e4ventivwirkung der Betrugspr\u00fcfung auf das zuk\u00fcnftige Verhalten der Versicherten unber\u00fccksichtigt bleibt.<\/p>\n<p>Wird ein Betrug aufgedeckt, kommt es in der Regel nicht mehr zur Zivilklage des Anspruchstellers. Nur in einigen F\u00e4llen m\u00fcndet die Ablehnung der ungerechtfertigten Anspr\u00fcche in einen Zivilprozess, bei dem der Betr\u00fcger als Kl\u00e4ger auftritt. In diesen Gerichtsverfahren beantragen die streitenden Parteien die Einholung eines Sachverst\u00e4ndigengutachtens. Die Richter beauftragten einen unabh\u00e4ngigen Unfallanalytiker mit der technischen Untersuchung des Falles.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statistische Materialien (1\/3) In den letzten Jahrzehnten stellen Versicherungsgesellschaften in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich eine starke Zunahme an betr\u00fcgerischen Schadenersatzanspr\u00fcchen fest. F\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen gibt es verschiedene Ursachen. 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