{"id":189,"date":"2016-06-18T10:25:21","date_gmt":"2016-06-18T08:25:21","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=189"},"modified":"2016-06-19T23:42:46","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:46","slug":"definitionen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=189","title":{"rendered":"Definitionen"},"content":{"rendered":"<h2>Definitionen zum Bremsen<\/h2>\n<ul>\n<li><b>Abbremsung<\/b> Nach DIN 70012 versteht man unter der Abbremsung das Verh\u00e4ltnis zwischen der Bremskraft und dem Fahrzeuggewicht oder das Verh\u00e4ltnis zwischen der Bremsverz\u00f6gerung und Fallbeschleunigung. \u00dcblicherweise wird die Verz\u00f6gerung in m\/s\u00b2 angegeben. Ein Wert von 8 m\/s\u00b2 bedeutet, dass in jeder gebremsten Sekunde ein Geschwindigkeitswert von 8 m\/s (das entspricht rd. 29 km\/h) abgebaut wird. Bremst ein Fahrzeug also 3 s lang ab, verliert es eine Geschwindigkeit von knapp 90 km\/h bei dieser Bremsverz\u00f6gerung. Die Abbremsung kann auch in Prozent der Fallbeschleunigung (g = 9,81 m\/s\u00b2 = 100 %) angegeben werden.<\/li>\n<li><b>ABS<\/b> Abk\u00fcrzung f\u00fcr Antiblockiersystem &#8211; Die Bezeichnung wurde eigentlich von Daimler Benz w\u00e4hrend der Entwicklung des Antiblockiersystems gepr\u00e4gt. Die offizielle Bezeichnung lautet ABV als Abk\u00fcrzung f\u00fcr automatischer Blockierverhinderer. N\u00e4heres hierzu siehe Bremsarten. Die Bremswirkung mit ABS ist i.d.R. besser als die einer Blockierbremsung, ausgenommen auf Schneematsch und Sand, deren Zusammenschieben vor den blockierenden R\u00e4dern die Verz\u00f6gerungswirkung steigern kann.<\/li>\n<li><b>Anlegedauer<\/b> siehe Reaktionszeit<\/li>\n<li><b>Ansprechdauer<\/b> s. Ansprechzeit<\/li>\n<li><b>Ansprechzeit<\/b> DIN 70012 \u201eDie Ansprechdauer ist die Zeitdauer vom Beginn des Bremsvorganges bis zu dem Augenblick, in dem die Bremse beginnt, die Bremskraft zu erzeugen\u201c<\/li>\n<li><b>Antiblockiersystem<\/b> (siehe auch ABS) Elektronisch- hydraulische Regel &#8211; und Steuervorrichtung, die bei Vollbremsung auf jeder Fahrfl\u00e4che das Blockieren der R\u00e4der \u00fcber einer Geschwindigkeit von etwa 5 km\/h verhindert.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><b>Blockierbremsung<\/b> der Vorderr\u00e4der: eliminiert die Seitenf\u00fchrungskr\u00e4fte und macht daher Lenkvorg\u00e4nge unwirksam; der Hinterr\u00e4der: verursacht eine Drehschleuderbewegung des Fahrzeuges. Bei einem konventionell abgebremsten Fahrzeug moderner Bauart wird das Blockieren der Hinterr\u00e4der in jedem Fall durch einen Bremskraftbegrenzer verhindert. Das Blockieren der Vorderr\u00e4der wird mit dem oben beschriebenen Nachteil in Kauf genommen, da sich ansonsten nur durch einen hohen technischen Aufwand durch ein ABV noch hohe Bremskr\u00e4fte realisieren lassen.<\/li>\n<li><b>Blockierspur<\/b> Reifenspur eines blockierten Rades auf der Fahrbahn, die zum Unterschied von der Bremsspur das Reifenprofil nicht erkennen l\u00e4sst, meist schwarz oder dunkelgrau, einzeln wei\u00df oder hellgrau.<\/li>\n<li><b>Bremsdauer<\/b> Zeitspanne zwischen Bet\u00e4tigungsbeginn und dem Ende der Bremswirkung bzw. dem bewirkten Fahrzeugstillstand.<\/li>\n<li><b>Bremsen<\/b> durch Aufbringen von Kr\u00e4ften wird der Fahrzeugbewegung entgegengewirkt und Geschwindigkeit herabgesetzt.<\/li>\n<li><b>Bremskraft<\/b> Die tats\u00e4chlich an der Radaufstandsfl\u00e4che wirkende Kraft. Bei Verz\u00f6gerung von 8 m\/s\u00b2 und einem Fahrzeuggewicht von 1.000 kg ergibt sich eine Bremskraft von F = m x a; F = 1.000 x 8 = 8.000 Newton. Nimmt man eine gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung auf vier R\u00e4dern, wirkt also an jedem Rad eine Bremskraft von 2.000 Newton.<\/li>\n<li><b>Bremskraftverteilung<\/b> Da der Schwerpunkt des Kraftfahrzeuges h\u00f6her liegt als die Bodenaufstandsfl\u00e4chen der R\u00e4der, entsteht bei Vorw\u00e4rtsfahrt im dynamischen Bremsvorgang eine Mehrbelastung der Vorderr\u00e4der und eine Minderbelastung der Hinterr\u00e4der gegen\u00fcber der statischen Achslastverteilung. Durch konstruktive Ma\u00dfnahmen wird daf\u00fcr gesorgt, dass die Hinterr\u00e4der nicht blockieren damit das Fahrzeug spurhaltend verz\u00f6gert werden kann.<\/li>\n<li><b>Bremsleistung<\/b> Produkt aus der momentanen Bremskraft und Geschwindigkeit des Fahrzeugs.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><b>Bremsplatte<\/b> Gro\u00dffl\u00e4chiger, auf den Reifenlatsch beschr\u00e4nkter Abrieb der Reifenlauffl\u00e4che infolge einer Blockierbremsung \u00fcber eine lange Distanz oder einen ausgepr\u00e4gten Schleudervorgangs mit blockierten R\u00e4dern<\/li>\n<li><b>Bremsschlupf<\/b> Beim Bremsen auftretende Differenz zwischen Fahrzeuggeschwindigkeit und Radumfangsgeschwindigkeit.<\/li>\n<li><b>Bremsverm\u00f6gen<\/b> In einer tats\u00e4chlichen Situation vorhandene M\u00f6glichkeiten der Bremsanlage, eine Verz\u00f6gerung zu realisieren. Bei schneller Kurvenfahrt ergibt sich beispielsweise ein eindeutig geringeres Bremsverm\u00f6gen, als bei Geradeausfahrt<\/li>\n<li><b>Bremsvorgang<\/b> Verlauf der Abbremsung zwischen Bet\u00e4tigungsbeginn und Ende der Bremsung.<\/li>\n<li><b>Bremsweg<\/b> Der Bremsweg ist der vom Fahrzeug w\u00e4hrend der Bremsdauer zur\u00fcckgelegte Weg.<\/li>\n<li><b>Bremswirkung<\/b> Nutzbarer Anteil des Bremsverm\u00f6gens<\/li>\n<li><b>L\u00f6sedauer<\/b> Zeitspanne zwischen Freigabe der Bet\u00e4tigungsrichtung und Ende der Bremswirkung<\/li>\n<li><b>L\u00f6sen (Bremsung)<\/b> Entlastende Bremseinrichtung bis zum Aussetzten der Bremskraftschwellen (Bremsanlage). Anstieg der bis zum Erreichen eines nahezu konstanten Wertes.<\/li>\n<li><b>Motorbremse<\/b> Bremswirkung eines Fahrzeugs infolge der Schubwirkung gegen die Motorleistung. Je nach Auslegung des Fahrzeugs ist die Bremswirkung eher gering, sie l\u00e4sst sich Verstellung der Nockenwelle, durch Verschluss des Auspuffs und andere Ma\u00dfnahmen verst\u00e4rken (s. Bremsverz\u00f6gerung)<\/li>\n<li><b>Panikbremsung<\/b> s. Notbremsung<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><b>Pedalkraft<\/b> Die vom Fahrer mit dem Fu\u00df auf das Pedal (z. B. Bremspedal) ausge\u00fcbte Bet\u00e4tigungskraft. Bei M\u00e4nnern liegt sie maximal etwa bei dem K\u00f6rpergewicht (\u00dcberschreitungen sind selten), Frauen und \u00e4ltere Personen \u00fcberschreiten nach verschiedenen Untersuchungen selten 50 kg Pedalkraft. Bei den modernen Fahrzeugen wird durch den Einsatz von Bremskraftverst\u00e4rkern gew\u00e4hrleistet, dass eine Pedalkraft von mehr als 30 kg nicht erforderlich ist. Bei luftgest\u00fctzten Bremsanlagen (gro\u00dfe Lkw und Busse) sind keine hohen Pedalkr\u00e4fte erforderlich, da sich hinter dem Bremspedal nur ein Luftventil befindet, dass den Bremsdruck steuert.<\/li>\n<li><b>Redundanz<\/b> Sicherheitsschaltung: Mehrfachausstattung eine Anlage mit betriebswich\u00adtigen Funktionselementen; im Mikroprozessorbetrieb: parallel ablaufender Prozess. Bei einem Unterschied im Prozessablauf = St\u00f6rung wird z. b. die Anlage ausgeschaltet. Beispiel: Bei St\u00f6rung wird eine automatische Verkehrslichtsignalanlage solcher Art innerhalb von 0,3 s auf Gelbblinken umgeschaltet. ABV sind redundant aufgebaut, kommt es zum Ausfall einer Baugruppe, wird die zweite Baugruppe diesen Ausfall durch permanenten Datenabgleich feststellen und ein Abschalten der Bremsregelung vornehmen. Dies wird dem Fahrer am Armaturenbrett signalisiert. Das Fahrzeug kann nach einem Abschalten des Regelsystems \u201ekonventionell\u201c bis zur Blockiergrenze verz\u00f6gert werden.<\/li>\n<li><b>Regelflecken<\/b> Kurze, h\u00e4ufig kaum sichtbare Spurzeichnung eines ABS gebremsten Fahrzeugs. Bei einer sehr abrupten starken Abbremsung kann der erste Bremsregelfleck sehr intensiv ausgepr\u00e4gt sein. Am Ende der Bremsung, kurz vor der Endstellung kann es ebenfalls zu einer st\u00e4rkeren Spurzeichnung bei einer ABS-Bremsung kommen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><b>Reibungsbeiwert, Kraftschlussbeiwert<\/b> Bezeichnet mit dem griechischen Buchstaben \u00b5 (my)\n<ul>\n<li>Rollreibung (Haftreibungsbeiwert): Kraftschlussbeiwert des ungebremsten Rades, ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Kombination von Seitenf\u00fchrung und Bremsf\u00e4higkeit bis unmittelbar vor dem Blockieren, d. h. bis Beginn des Gleitens.<\/li>\n<li>Gleitreibung(Gleitreibungsbeiwert)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Retarder<\/b> Hilfsbremser bei Lkw oder Bussen<\/li>\n<li><b>Scheibenbremse<\/b> Bremsenkonstruktion, bei der die Bremskl\u00f6tzer auf einer direkt mit dem Rad gekoppelte Metallscheibe einwirken. Sie ist konstruktiv aufwendiger als die Trommelbremse, jedoch unempfindlicher und besser zu dosieren.<\/li>\n<li><b>Schwelldauer<\/b> Die Schwelldauer ist die Zeitdauer von dem Augenblick, in dem die Bremse beginnt, die Bremskraft zu erzeugen, bis zu dem Augenblick, in dem sie ihren Betriebswert er\u00adreicht. Bei normalen Pkw liegt die Schwelldauer nur bei 0,2 s, eine Ber\u00fccksichtigung des dabei entstehenden Geschwindigkeitsabbaus erfolgt in der Regel nicht, der dabei erzeugte Fehler wird durch Annahme einer etwas h\u00f6heren mittleren Verz\u00f6gerung ausgeglichen. Bei Motorradbremsungen tastet sich der Fahrer allm\u00e4hlich an die H\u00f6chstgrenze der Verz\u00f6gerung heran, deshalb sind bei Motorradbremsungen durchaus lange Schwellzeiten vorstellbar. Auch bei luftgest\u00fctzten Bremsanlagen (Lkw und Busse) ist von l\u00e4ngeren Schwellzeiten auszugehen, da insbesondere weit entfernte Bremsanlagen erst sp\u00e4ter mit Luft versorgt werden. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Eisenbahnz\u00fcge, bei denen Schwelldauern nach Einleiten der Bremsung von 5 s (Personenz\u00fcge) bis zu 25 s (G\u00fcterz\u00fcge) vorliegen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><b>Teilbremsung<\/b> Kontrolliertes Verz\u00f6gern eines Fahrzeugs.<\/li>\n<li><b>\u00dcberbremsen<\/b> Technisch bedingtes, unzweckm\u00e4\u00dfig starkes Ansprechen der Bremsanlage eines Rades oder einer Achse.<\/li>\n<li><b>Verz\u00f6gerung<\/b> Geschwindigkeitsverminderung \u00fcber die Zeit, auch negative Beschleunigung genannt. \u00dcblicherweise wird die Verz\u00f6gerung wie die Beschleunigung mit dem Symbol a (acceleration) bezeichnet.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><b>Verz\u00f6gerung, mittlere<\/b> Mittelwert der w\u00e4hrend des Brems- oder Kollisionsvorganges ver\u00e4nderlichen Verz\u00f6gerung, entspricht dem Quotient aus Geschwindigkeits\u00e4nderung und Brems- oder Kollisionsdauer.<\/li>\n<li><b>Vollbremsung<\/b> Kontrolliertes Herbeif\u00fchren der physikalisch maximal m\u00f6glichen Verz\u00f6gerung. Bei Pkw mit wird meist die maximale Verz\u00f6gerung kurz vor Erreichen der Blockiergrenze erreicht. Spurzeichnung tritt aber trotz maximaler Bremswirkung nicht unbedingt auf.<\/li>\n<li><b>Vorbremszeit, -strecke<\/b> Die zwischen objektiver Reaktionsaufforderung und rechnerischem Bremsbeginn liegende Zeit (Strecke) wird von Sachverst\u00e4ndigen gelegentlich auch als Vorbremszeit (Strecke) bezeichnet.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Definitionen zum Bremsen Abbremsung Nach DIN 70012 versteht man unter der Abbremsung das Verh\u00e4ltnis zwischen der Bremskraft und dem Fahrzeuggewicht oder das Verh\u00e4ltnis zwischen der Bremsverz\u00f6gerung und Fallbeschleunigung. \u00dcblicherweise wird die Verz\u00f6gerung in m\/s\u00b2 angegeben. 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