{"id":43,"date":"2016-06-15T14:23:16","date_gmt":"2016-06-15T12:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=43"},"modified":"2016-06-19T23:42:46","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:46","slug":"definitionen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=43","title":{"rendered":"Definitionen"},"content":{"rendered":"<p><b>Allgemeine Haftpflicht (Betrug)<\/b><br \/>\nDie Hemmschwelle zum Betrug ist in der allgemeinen Haftpflicht besonders niedrig. In den meisten F\u00e4llen wird versucht, tats\u00e4chlich an Kraftfahrzeugen vorhandene Besch\u00e4digungen (z.B. Wandalismussch\u00e4den) \u00fcber die allgemeine Haftpflichtversicherung eines Bekannten abzurechnen.<\/p>\n<p><b>Ausgenutzter Unfall<\/b><br \/>\nEin tats\u00e4chlicher Unfall findet statt, der Gesch\u00e4digte verschweigt bestehende Vorsch\u00e4den oder weitet die tats\u00e4chlich vorhandenen Sch\u00e4den aus, um eine h\u00f6here Schadenersatzsumme zu erhalten.<\/p>\n<p><b>Berliner Modell<\/b><br \/>\nAbsichtlich herbeigef\u00fchrte Schadenereignisse, nachdem Berliner Modell sind Anfang der 90iger Jahre in Mode gekommen. Diese Betrugsvariante taucht mit ca. 250 F\u00e4llen erstmals in Berlin auf. Das verursachende Fahrzeug wird kurz vor dem Unfall entwendet und an einem zuvor verabredeten Treffpunkt gegen ein geparktes oder auf der Vorfahrtsstra\u00dfe befindliches Fahrzeug gefahren. Der Dieb sucht dann sofort das Weite, das Fahrzeug bleibt an der Unfallstelle zur\u00fcck.<\/p>\n<p><b>Betrug<\/b> (\u00a7 263 StGB)<br \/>\nEin vollendeter, betr\u00fcgerisch begangener Verkehrsunfall sowie eine Schadensvergr\u00f6\u00dferung stellen einen Betrug im Sinne des \u00a7 263 StGB dar. Dieser greift als Betrugsversuch jedoch erst, wenn Anspr\u00fcche an die Versicherung gestellt werden. Bis dahin liegt nur eine straflose Vorbereitungshandlung vor, was z. B. im Zusammenhang mit der Unfallaufnahme wichtig ist. Erkennen aufnehmende Polizeibeamte einen Betrug und bringen dies an der Unfallstelle zum Ausdruck, so dass die Beteiligten keine Anspr\u00fcche bei der Versicherung anmelden, l\u00e4uft eine Anzeige nach \u00a7 263 StGB ins Leere. Erst mit dem Abschicken der Schadensmeldung beginnt der Betrugsversuch. Bei einem nachgewiesenen Betrug ist eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe vorgesehen.<\/p>\n<p><b>Betrugsmotiv<\/b><br \/>\nF\u00fcr den Versicherungsbetrug mit Kraftfahrzeugen lassen sich zwei Motivgruppen angeben. Erstens ist es durch die fiktive Abrechnung m\u00f6glich, mittels Billigreparatur eines gesch\u00e4digten Fahrzeugs ca. 80 % des fiktiv abgerechneten Schadenbetrages einzusparen. Insbesondere bei mehreren Unf\u00e4llen mit einem Fahrzeug kann hier das Vielfache des Anschaffungspreises als Gewinn erzielt werden. Zweitens werden bereits bestehende Unfallsch\u00e4den an Kraftfahrzeugen oder ein schwer verk\u00e4ufliches Fahrzeug durch eine Betrugshandlung \u00fcber die Versicherung abgerechnet.<\/p>\n<p><b>Gef\u00e4hrlicher Eingriff in den Stra\u00dfenverkehr (\u00a7 315 b StGB)<\/b><br \/>\nNeben dem \u00a7 263 StGB kann noch dem \u00a7 315 b StGB eine wichtige Bedeutung bei provozierten oder abgesprochenen Verkehrsunf\u00e4llen zukommen. Voraussetzung ist die Beeintr\u00e4chtigung der Sicherheit des Stra\u00dfenverkehrs durch das Bereiten von Hindernissen oder einen \u00e4hnlichen, ebenso gef\u00e4hrlichen Eingriff und die Gef\u00e4hrdung von Leib und Leben eines anderen oder fremder Sachen von bedeutendem Wert. Dieser Tatbestand kann besonders bei provozierten Auffahrunf\u00e4llen, falschem Zeichengeben (z. B. um Vorfahrt zu gew\u00e4hren) u.\u00e4. erf\u00fcllt sein. Es muss jedoch immer eine konkrete Gef\u00e4hrdung eines anderen vorliegen. Die Erf\u00fcllung des Tatbestandes des \u00a7 315 b StGB ist ein Verbrechen. Erkennt ein Gericht neben dem \u00a7 263 StGB auch auf \u00a7 315 b StGB, f\u00e4llt das Strafma\u00df erheblich h\u00f6her aus. Das im \u00a7 315 b vorgesehene Strafma\u00df liegt bei einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.<\/p>\n<p><b>Hamburger Variante<\/b><br \/>\nIn den letzten Jahren wurde im Raum Hamburg eine Variante des Berliner Modells geh\u00e4uft beobachtet. Dabei wird das sch\u00e4digende Fahrzeug nicht gestohlen, sondern mit gef\u00e4lschten Ausweispapieren kurz vor dem Unfall gekauft. Dabei handelt es sich um Bastlerfahrzeuge, die noch zugelassen sind. Das Fahrzeug verunfallt dann vor der Abmeldung, der Fahrer begeht Fahrerflucht, das Fahrzeug bleibt an der Unfallstelle stehen.<\/p>\n<p><b>Kompatibilit\u00e4tsanalyse<\/b><br \/>\nUntersuchung, ob die vorhandenen Besch\u00e4digungen an dem sch\u00e4digenden Fahrzeug mit denjenigen \u00fcbereinstimmen, die an dem besch\u00e4digten Fahrzeug vorhanden sind.<\/p>\n<p><b>Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung<\/b><br \/>\nUntersuchung der Frage, ob die Unfallschilderungen der Beteiligten technisch nachvollziehbar sind.<\/p>\n<p><b>Provozierter Unfall, T\u00e4ter-, Opferprinzip<\/b><br \/>\nDer T\u00e4ter plant den Unfall und f\u00fchrt ihn bei geeigneter Gelegenheit mir einem zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hltem Opfer aus.<\/p>\n<p><b>Stellprobe<\/b><br \/>\nFraglich kausale Ber\u00fchrung oder Besch\u00e4digung kann fast immer durch eine Stellprobe gekl\u00e4rt werden, bei welcher die Fahrzeuge in die von den Beteiligten angegebenen Ber\u00fchrungspositionen gebracht werden.<\/p>\n<p><b>Vorsch\u00e4den<\/b><br \/>\nNicht reparierte Vorsch\u00e4digungen an einem durch ein Unfallereignis nochmals besch\u00e4digtem Fahrzeug.<\/p>\n<p><b>Verabredeter Unfall<\/b><br \/>\nDer Crash findet statt, ist von allen Beteiligten abgesprochen.<\/p>\n<p><b>Hamburger Variante<\/b><br \/>\nIn den letzten Jahren wurde im Raum Hamburg eine Variante des Berliner Modells geh\u00e4uft beobachtet. Dabei wird das sch\u00e4digende Fahrzeug nicht gestohlen, sondern mit gef\u00e4lschten Ausweispapieren kurz vor dem Unfall gekauft. Dabei handelt es sich um Bastlerfahrzeuge, die noch zugelassen sind. Das Fahrzeug verunfallt dann vor der Abmeldung, der Fahrer begeht Fahrerflucht, das Fahrzeug bleibt an der Unfallstelle stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allgemeine Haftpflicht (Betrug) Die Hemmschwelle zum Betrug ist in der allgemeinen Haftpflicht besonders niedrig. In den meisten F\u00e4llen wird versucht, tats\u00e4chlich an Kraftfahrzeugen vorhandene Besch\u00e4digungen (z.B. Wandalismussch\u00e4den) \u00fcber die allgemeine Haftpflichtversicherung eines Bekannten abzurechnen. 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