{"id":430,"date":"2016-06-18T12:40:12","date_gmt":"2016-06-18T10:40:12","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=430"},"modified":"2016-06-19T23:42:47","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:47","slug":"radarmessungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=430","title":{"rendered":"Radarmessungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Messsonde sendet einen Radarstrahl mit einer bestimmten Frequenz aus. Dieser wird von dem bewegten Gegenstand reflektiert und an der Messsonde wieder eingefangen. Der reflektierte Radarstrahl hat eine andere Frequenz als der ausgesendete. Dieses Ph\u00e4nomen wird als \u201eDoppler-Effekt\u201c bezeichnet. Er l\u00e4sst Aussagen zu der Bewegungsgeschwindigkeit des Gegenstandes zu.<br \/>\nSelbst bei Radarger\u00e4ten neuer Bauart ist es nicht m\u00f6glich, den Radarstrahl \u00e4hnlich gut zu fokussieren, wie einen Laserstrahl. Der \u00d6ffnungswinkel der Radarkeule liegt bei ca. 5\u00b0. Aufgrund der starken Aufweitung des Strahles liegt der Arbeitsbereich des Verkehrsradars maximal bei ca. 40 m. Innerhalb dieses Entfernungsbereichs k\u00f6nnen an den meisten Ger\u00e4ten verschiedene Reichweiten eingestellt werden, in denen die Messung erfolgt.<br \/>\nVon Kraftfahrzeugen werden die Radarstrahlen im Wesentlichen nur von ann\u00e4hrend senkrecht zur Messrichtung ausgerichteten Fl\u00e4chen reflektiert. Glatte Fl\u00e4chen, die unter einem flachen Winkel anvisiert werden, lenken den Strahl ab (Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel). Hieraus k\u00f6nnen, wie weiter unten noch dargestellt, Messfehler resultieren.<br \/>\nIn Deutschland werden zur Zeit Ger\u00e4te der Firma Robot Visual Systems genutzt. Sie tragen die Bezeichnung \u201eTraffipax\u201c oder \u201eMultanova\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>a) Winkelfehler<\/b><br \/>\nIm Gegensatz zu den Laserger\u00e4ten k\u00f6nnen Radarger\u00e4te nur unter einem ganz bestimmten Winkel zu dem ankommenden Fahrzeugverkehr korrekt messen. Jedes Radarger\u00e4t hat also einen fest vorgegebenen Messwinkel, der zur Fahrbahnl\u00e4ngsrichtung eingehalten werden muss. Er betr\u00e4gt meist zwischen 20 bis maximal 25\u00b0. Ist der Ausrichtungswinkel zu dem gemessenen Fahrzeug kleiner, errechnet das Radarger\u00e4t zu Lasten des Betroffenen eine zu hohe Geschwindigkeit. Grunds\u00e4tzlich wurde von der PTB zur Abdeckung der m\u00f6glichen Fehler eine Toleranz von 3 % oberhalb von einer Geschwindigkeit von 100 km\/h und von konstant 3 km\/h unterhalb von 100 km\/h ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nAbb. 67 zeigt ein Messger\u00e4t, das vorschriftsm\u00e4\u00dfig unter einem in der Gebrauchsanleitung genannten Winkel zur Fahrbahnachse von 22\u00b0 aufgestellt ist. Die Messentfernung in L\u00e4ngsrichtung gesehen liegt bei 15 m und das Ger\u00e4t wurde in einem senkrechten Abstand zur Bewegungsachse von 6 m aufgestellt.<\/p>\n<div id=\"attachment_431\" style=\"width: 445px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizemessungen_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-431\" class=\"wp-image-431 size-full\" src=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizemessungen_2.jpg\" alt=\"Polizemessungen_2\" width=\"435\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizemessungen_2.jpg 435w, https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizemessungen_2-300x141.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-431\" class=\"wp-caption-text\">Schr\u00e4ge Aufstellposition einer Radaranlage mit Definition des Messwinkels zur Fahrtrichtung\u00a0<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nMit Hilfe des bei der Messung aufgenommen Fotos l\u00e4sst sich in der Regel durch einen Sachverst\u00e4ndigen \u00fcberpr\u00fcfen, ob der vorgeschriebene Ausrichtungswinkel eingehalten wurde. Genaue Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn zus\u00e4tzlich noch die Kamerabrennweite bekannt ist. Diese Daten sind bei den Beh\u00f6rden hinterlegt. Weiterhin ben\u00f6tigt man die Negative des Messfilmes, um verl\u00e4ssliche Aussagen zu treffen. Nur wenn der Messwinkel deutlich kleiner ist, als der Sollwinkel, entsteht auch ein wesentlicher Messfehler. W\u00fcrde sich f\u00fcr das Beispiel Abb. 67 ergeben, dass der tats\u00e4chliche Messwinkel nur bei 17\u00b0 gelegen hat, ergibt sich aus dem sogenannten \u201eKosinuseffekt\u201c ein Messfehler von rd. 3 %.<br \/>\nF\u00fchrt das gemessene Fahrzeug gerade einen \u00dcberholvorgang durch und schert von der \u00dcberholspur auf den normalen Fahrstreifen ein, kann es zum Messzeitpunkt leicht eine Schr\u00e4gstellung von 5\u00b0 zur Stra\u00dfenachse, aufweisen. Eine derartige Schr\u00e4gstellung zur Fahrbahnachse l\u00e4sst sich durch einen einzigen Blick auf das Messfoto entweder nachweisen oder ausschlie\u00dfen. Ergibt sich aus dem Foto kein gr\u00f6\u00dferer Winkel zwischen Fahrzeug und Stra\u00dfenachse, scheidet dieser Fehler aus.<br \/>\nBei Radarmessungen ist es leider nicht m\u00f6glich, eine Plausibilit\u00e4tskontrolle zur Fahrgeschwindigkeit aus dem Foto abzuleiten. Im Gegensatz zu Lichtschrankenmessungen liegt weder der Messbeginn, noch die Ausl\u00f6severz\u00f6gerung der Kamera fest.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich sollten Radarger\u00e4te nicht in engradigen Kurven aufgestellt werden. Dabei ist es n\u00e4mlich nicht m\u00f6glich, den vorgegebenen Messwinkel sicherzustellen. Ob in einer Kurve gemessen wurde, ergibt sich auch sofort aus dem T\u00e4terfoto.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>b) Reflexionsfehler<\/b><br \/>\nBei Radarger\u00e4ten wird das zu messende Objekt nicht direkt anvisiert. Zuverl\u00e4ssig kann nur gemessen werden, wenn Spiegelungen an glatten Fl\u00e4chen, wie beispielsweise Schallschutzw\u00e4nden, ausgeschlossen sind. Werden solche Fl\u00e4chen getroffen, kann es zu der sogenannten Knickstrahlreflexion kommen. Abb. 68 zeigt, wie diese Fehlmessung zustande kommt: Der Radarstrahl trifft auf die Schallschutzwand im Hintergrund und wird von dort unter dem gleichen Winkel wieder abgelenkt. Danach trifft er auf das Fahrzeug, das sich auf dem linken Fahrstreifen n\u00e4hert, der Radarstrahl wird wieder gegen die Schallschutzwand zur\u00fcckgeworfen und anschlie\u00dfend wieder von der Sonde eingefangen. Tats\u00e4chlich wird also das Fahrzeug auf dem linken Fahrstreifen gemessen und l\u00f6st auch das Foto aus.<\/p>\n<div id=\"attachment_433\" style=\"width: 445px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-433\" class=\"wp-image-433 size-full\" src=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_2.jpg\" alt=\"Polizeimessungen_2\" width=\"435\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_2.jpg 435w, https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_2-300x94.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-433\" class=\"wp-caption-text\">Knickstrahlreflexion an einer Schallschutzwand<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich nun gleichzeitig auf dem rechten Fahrstreifen ein Fahrzeug befindet, dann kann die Geschwindigkeitsmessung diesem irrt\u00fcmlich zugeordnet werden. Dieser Fall kann aber nur auftreten, wenn eine glatte breite Fl\u00e4che in geringem Abstand zu der Radaranlage vorhanden ist. Dieser Fehler tritt naturgem\u00e4\u00df nicht nur einmal sondern h\u00e4ufiger innerhalb der Messserie auf. In solchen F\u00e4llen sollte also der gesamte Messfilm ausgewertet werden.<br \/>\nIst die Reichweite eines Radarger\u00e4tes zu gro\u00df eingestellt, kann es auch zu einer sogenannten \u201eDoppelmessung\u201c kommen. Abb. 69 verdeutlicht, wie dieser Messfehler entstehen kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_432\" style=\"width: 445px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-432\" class=\"wp-image-432 size-full\" src=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_3.jpg\" alt=\"Polizeimessungen_3\" width=\"435\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_3.jpg 435w, https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_3-300x143.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-432\" class=\"wp-caption-text\">Doppelmessung<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nDer Radarstrahl wird von dem zu messenden Objekt teilweise auch in Richtung der Gegenfahrbahn abgelenkt. Bewegt sich dort ein Fahrzeug in Gegenrichtung und reflektiert diesen Radarstrahl wieder teilweise zur\u00fcck auf das Messobjekt, dann kann ein wesentlich zu hoher Geschwindigkeitswert angezeigt werden. Diese Geschwindigkeit liegt bei der doppelten Geschwindigkeit des zu messenden Fahrzeuges zzgl. der einfachen Geschwindigkeit des entgegenkommenden. Auch dieser Fehler l\u00e4sst sich eindeutig ausschlie\u00dfen, wenn die Fotodokumentation nicht nur das zu messende Fahrzeug, sondern auch Informationen zur Umgebung liefert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Messsonde sendet einen Radarstrahl mit einer bestimmten Frequenz aus. Dieser wird von dem bewegten Gegenstand reflektiert und an der Messsonde wieder eingefangen. Der reflektierte Radarstrahl hat eine andere Frequenz als der ausgesendete. Dieses Ph\u00e4nomen wird als \u201eDoppler-Effekt\u201c bezeichnet. Er l\u00e4sst Aussagen zu der Bewegungsgeschwindigkeit des Gegenstandes zu. 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