{"id":442,"date":"2016-06-18T12:48:07","date_gmt":"2016-06-18T10:48:07","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=442"},"modified":"2016-06-19T23:42:47","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:47","slug":"zeitmessung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=442","title":{"rendered":"Zeitmessung"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Lichtschranken und Drucksensoren<\/h2>\n<div id=\"attachment_443\" style=\"width: 352px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-443\" class=\"wp-image-443 size-full\" src=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_7.jpg\" alt=\"Polizeimessungen_7\" width=\"342\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_7.jpg 342w, https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Polizeimessungen_7-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 342px) 100vw, 342px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-443\" class=\"wp-caption-text\">Messaufbau einer Drillings- oder Laserlichtschranke<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lichtschranken messen die Zeit, die ein Fahrzeug ben\u00f6tigt, um eine feste Wegstrecke (meist nur 12,5 cm bis 50 cm) zur\u00fcckzulegen. Grunds\u00e4tzlich wird bei PTB zugelassenen Anlagen pro Fahrzeug eine Mehrfachmessung durchgef\u00fchrt und die Werte werden ger\u00e4teintern verglichen, bevor die Geschwindigkeit in ein Beweisfoto eingeblendet wird. Die meisten Lichtschranken bestehen aus getrennten Sende- und Empfangseinheiten. Die Abbildung rechts verdeutlicht das Prinzip am Beispiel einer doppelten Lichtschranke.<br \/>\nDas Fahrzeug durchf\u00e4hrt zwei direkt hintereinander angeordnete Schranken. Beide messen voneinander unabh\u00e4ngig die ben\u00f6tigte Zeit f\u00fcr die Durchfahrt. Stimmen beide Zeitwerte mit geringen Toleranzen \u00fcberein, wird die Geschwindigkeit berechnet und ausgegeben. Um beweiskr\u00e4ftig zu dokumentieren, dass tats\u00e4chlich das Tatfahrzeug gemessen wurde, wird direkt nach dem Durchfahren der Lichtschranke ein Beweisfoto aufgenommen. Oft werden hierf\u00fcr zwei Kameras eingesetzt. Damit wird auch dokumentiert, dass bei breiten Fahrbahnen kein Fahrzeug im Gegenverkehr eine Fehlmessung ausl\u00f6sen kann.<br \/>\nBei stark angeschr\u00e4gten Fronten w\u00e4re es m\u00f6glich, dass eine Nickbewegung des Fahrzeugs w\u00e4hrend der Messung das Ergebnis beeinflusst. Schwingt ein solches Fahrzeug w\u00e4hrend der Messung nach oben, dann wird die Messstrecke verk\u00fcrzt, d.h. die berechnete Geschwindigkeit wird h\u00f6her. Die meisten Lichtschranken, wie beispielsweise die \u201eeso LS4.0\u201c erkennen diese Effekte und w\u00fcrden die Messungen ggf. annullieren.<br \/>\nBestehen Zweifel an der Korrektheit einer Messung, dann kann zun\u00e4chst gepr\u00fcft werden, ob an der Messstelle die vorgeschriebenen Ger\u00e4tetests durchgef\u00fchrt worden sind. Bei der eso LS4.0 sind beispielsweise zwei Ger\u00e4tetests pro Messeinsatz erforderlich:<\/p>\n<p>Test 1 f\u00fcr die Fotoeinrichtung: Es werden zwei Testfotos belichtet, das erste ohne Anzeigen im Datenfeld, das zweite mit Aufleuchten aller Segmente (sog. \u201e888\u201c-Test).<\/p>\n<p>Test 2 f\u00fcr die elektronischen Bauteile (automatisch nach Einschalten der Anlage).<\/p>\n<p>Am Beginn und am Ende des Messeinsatzes sind beide Tests zwingend vorgeschrieben. Werden sie nicht durchgef\u00fchrt, dann ist die gesamte Messserie ung\u00fcltig. Die zweite \u00dcberpr\u00fcfung kann mit Hilfe des Beweisfotos erfolgen. Das Foto wird kurze Zeit nach dem Passieren der Messlinie, in der die Mittelachse der Lichtschranke steht, angefertigt. Kennt man diese Verzugszeit genau, dann kann durch eine Fotoauswertung die Gr\u00f6\u00dfenordnung der Geschwindigkeit berechnet werden. Da die Verzugszeit aber nur in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von 80 ms liegt und zudem von Ger\u00e4t zu Ger\u00e4t schwankt, kann eine Plausibilit\u00e4tskontrolle nicht durch alleiniges Auswerten der strittigen Messung erfolgen. Vielmehr sollte dann der gesamte Messfilm gepr\u00fcft und aus anderen Messungen zun\u00e4chst die Verzugszeit berechnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Sonderstellung nimmt die Anlage ES 1.0 ein. Sie verf\u00fcgt \u00fcber lichtempfindliche optische Sensoren. Drei Sensoren sind in einem jeweiligen Abstand von 25 cm parallel ausgerichtet, der vierte ist leicht schr\u00e4g gestellt. Aus dieser Winkelstellung des Messstrahls folgen Informationen zum seitlichen Abstand des gemessenen Fahrzeuges. Bei Messungen auf mehrstreifigen Fahrbahnen liegt mit dem Abstandswert der Anlage auch fest, auf welchem Fahrstreifen gemessen wurde. Bei diesem Verfahren erfolgt die Messung nur von einer Seite, genau genommen handelt es sich also nicht um eine Lichtschranke. Auch diese Anlage ist redundant aufgebaut. Es werden drei zeitversetzte Signale von der Logik ausgewertet und hieraus die Geschwindigkeit berechnet. Liegt sie \u00fcber einem vorgegebenen Schwellwert, wird das T\u00e4terfahrzeug fotografiert. Auch bei dieser Anlage lassen sich Plausibilit\u00e4tskontrollen \u00fcber die Ausl\u00f6severz\u00f6gerung des Fotos durchf\u00fchren.<br \/>\nBei station\u00e4ren Anlagen werden entweder Drucksensoren oder induktive Sensoren verwendet, die fest in der Fahrbahn verbaut sind. Drucksensoren arbeiten nach dem Piezo-Prinzip. Dabei wird vereinfacht gesprochen in einem Piezo-Element mechanischer Druck direkt in elektrische Spannung umgewandelt. Derartige Anlagen werden also ausgel\u00f6st, wenn die Reifen \u00fcber die Messstelle fahren. Induktionsschleifen registrieren eine Ver\u00e4nderung der Resonanzfrequenz der Spule, die von einer Elektronik ausgewertet wird. Aus dem Zeitversatz der Signale wird die Geschwindigkeit berechnet.<br \/>\nDie Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung der gemessenen Geschwindigkeit kann hier in \u00e4hnlicher Weise mit Hilfe der Beweisfotos erfolgen, wie bei Lichtschrankenmessungen. Die Ausl\u00f6sezeiten sind in der Regel noch geringer, als bei den Lichtschranken. Sie liegen teilweise nur noch bei 15 bis 25 ms. Grunds\u00e4tzlich lassen sich R\u00fcckschl\u00fcsse bei diesen kurzen Zeiten nur durch Auswerten der gesamten Messserie ziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lichtschranken und Drucksensoren Lichtschranken messen die Zeit, die ein Fahrzeug ben\u00f6tigt, um eine feste Wegstrecke (meist nur 12,5 cm bis 50 cm) zur\u00fcckzulegen. 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