{"id":464,"date":"2016-06-18T12:56:38","date_gmt":"2016-06-18T10:56:38","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=464"},"modified":"2016-06-19T23:42:48","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:48","slug":"definitionen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=464","title":{"rendered":"Definitionen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Akkommodationszeit<\/b> Vom Beleuchtungsniveau abh\u00e4ngig, bei 10 lx ist sie etwa 3mal so lang als bei 50 lx. nimmt mit zunehmendem Alter zu (siehe Blicksprung).<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Atavistische Reaktion<\/b> Eine Reaktion, die einem in stammesgeschichtlicher Urzeit erlerntem Verhalten entspricht z. B. eine Ausweichvorgang in die sich Verkehrsraum bietende L\u00fccke, die anschaulich, als \u201eReaktion weg von der Gefahr\u201c bezeichnet wird, da sich oftmals das Objekt in die gleiche L\u00fccke bewegt, kommt es dort zur Kollision.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Auff\u00e4lligkeitswert<\/b> Bei allen Verkehrsteilnehmern im Querverkehr, auch bei Fu\u00dfg\u00e4ngern, ist im Normalfall eine Bewegstrecke von mindestens 0,4 s anzunehmen, die deshalb streckenabh\u00e4ngig ist, weil langsames Gehen einen geringeren Auff\u00e4lligkeitswert hat als Laufen. Setzt sich ein zun\u00e4chst stehendes Objekt, wie ein anhaltendes Kraftfahrzeug oder ein am Fahrbahnrand stehender Fu\u00dfg\u00e4nger in Bewegung, dann muss zun\u00e4chst eine gewisse Strecke zur\u00fcckgelegt werden, bis der Kraftfahrer diese Ver\u00e4nderung wahrnehmen und auf sie reagieren kann. Im Normalfall ist eine Bewegungsstrecke von etwa 1 m anzunehmen. Eine langsame und allm\u00e4hliche Beschleunigung hat einen geringeren Auff\u00e4lligkeitswert als eine pl\u00f6tzliche, schnelle.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Augen-Bodenh\u00f6he<\/b> Ma\u00df zwischen Fahrbahnoberfl\u00e4che und Kopfposition des Beobachters<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Augen-Front-Distanz<\/b> Ma\u00df zwischen Fahrzeugfront und Kopfposition des Kraftfahrers im Fahrzeug<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Augpunktbahn<\/b> Bewegungsbahn des Augpunktes bei einem in Bewegung befindlichen Kraftfahrzeug.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Augpunkte des Kraftfahrers<\/b> In der Unfallanalyse ist der Augpunkt als einzelner Punkt in der Kopfposition des Fahrers definiert. Bei der Beurteilung von Sichtschattenpositionen spielt die Position des Augpunktes eine Rolle.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><b>Bewegungsbahn<\/b> Bahn, auf der sich eine Person, ein Augpunkt, ein Fahrzeugpunkt oder ein Gegenstand bewegen.<\/li>\n<li><b>Blendst\u00f6rungskreis<\/b> Im Blendst\u00f6rungskreis entgegengerichteter Scheinwerfer k\u00f6nnen Hindernisse, wie z. B. Fu\u00dfg\u00e4nger als dunkle Gestalt sichtbar werden.<\/li>\n<li><b>Blendung<\/b> Reflex, der das Auge vor starkem Lichteinfall sch\u00fctzt, der aber bei pl\u00f6tzlich hoher Leuchtdichte nicht rasch genug oder nicht ausreichend erfolgen kann.<\/li>\n<li><b>Blicksprung<\/b> Infolge der Begrenzung der Scharfsehf\u00e4higkeit auf 3\u00b0, also einen kleinen zentralen Netzbereich, m\u00fcssen zum Scharfsehen die jeweiligen Sehdinge in diesem zentralen Netzhautbereich fixiert werden. W\u00e4hrend des Blicksprungs (Saccade) ist eine geordnete Wahrnehmung nicht m\u00f6glich. Die Dauer des Blicksprunges ist abh\u00e4ngig davon, ob daneben auch noch eine Akkommodation gegebenenfalls Adaption erforderlich ist. Dar\u00fcber hinaus ist sie altersabh\u00e4ngig.<\/li>\n<li><b>Blickzuwendung<\/b> Taucht ein Gefahrenobjekt f\u00fcr einen Kraftfahrer nicht im direkten Sichtbereich auf, sondern in der Peripherie, wird oftmals eine verl\u00e4ngerte Reaktionszeit ber\u00fccksichtigt, um der erforderlichen Blickzuwendung Rechnung zu tragen. Nach den Empfehlungen des 20. Verkehrsgerichts ist bereits bei einer geringf\u00fcgigen, zur Erkennung erforderlichen Blickbewegung von bis zu 5\u00b0 von einer Verl\u00e4ngerung um etwa 0,4 Sekunden auszugehen und bei einer Blickbewegung von mehr als 5\u00b0 sogar um etwa 0,6 Sekunden. Innerorts betr\u00e4gt der Anhalteweg aus der zul\u00e4ssigen H\u00f6chstgeschwindigkeit etwa 25 m. Wird die Reaktion in dieser Entfernung vom m\u00f6glichen Kollisionspunkt ausgel\u00f6st, so ist der Unfall vermeidbar. Bei dieser Blickentfernung entsprechen 5\u00b0 Blickwinkel gut 2 m (genau 2,2 m). Wird der Fu\u00dfg\u00e4nger also erstmals als Gefahr erkennbar, wenn er sich in Querrichtung noch deutlich mehr als 2 m au\u00dferhalb der normalen Blickachse des Autofahrers befindet, ist eine Blickzuwendung mit einer l\u00e4ngeren Reaktionszeit zu diskutieren.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><b>Erkennen<\/b> Erkennung und Bewertung einer wahrgenommenen Situation. In der Wahrnehmungspsychologie ist definiert, dass der Erkennungsvorgang mit der Reaktionsaufforderung beendet ist.<\/li>\n<li><b>Fehlreaktion<\/b> Nach einem Verkehrsunfall wird h\u00e4ufig von einer Partei argumentiert, es l\u00e4ge eine Fehlreaktion vor, da ein Unfallbeteiligter in den falschen Bereich ausgewichen sei. Ob hier tats\u00e4chlich von einem Fehlverhalten gesprochen werden kann, h\u00e4ngt jedoch erheblich von derjenigen Situation ab, die bei der sekundenschnell zutreffenden Entscheidung innerhalb der Unfallentwicklung vorgelegen hat. Hier darf keine retrospektive Betrachtung aus der Unfallsituation erfolgen, vielmehr ist zu untersuchen, welche Reaktionen nach dem Erkennen der Gefahr f\u00fcr sinnvoll gehalten werden durfte.<\/li>\n<li><b>Ger\u00e4usch\u00fcberdeckung<\/b> Das schw\u00e4chere oder fernere Ger\u00e4usch wird durch das st\u00e4rkere oder n\u00e4here Ger\u00e4usch unh\u00f6rbar<\/li>\n<li><b>H\u00f6ren<\/b> Aus unterschiedlicher Schallintensit\u00e4t wird auf die Entfernung von Schallgebern geschlossen. Hohe T\u00f6ne werden meist f\u00fcr von ferneren, tiefe meist f\u00fcr von n\u00e4heren Schallgebern abgestrahlt gehalten.<\/li>\n<li><b>Kontraste<\/b> Leuchtdichtunterschied von Objekt und Umgebung im Verh\u00e4ltnis zur Umgebungs\u00adleuchtdichte. Es gibt Helligkeitskontraste und bei gen\u00fcgend gro\u00dfer Umfeldleucht\u00addichte zus\u00e4tzlich Farbkontraste.<\/li>\n<li><b>Reaktion<\/b> Das nach Wahrnehmen und Erkennen einer Gefahr ausgel\u00f6ste Verhalten, das der Gefahrenabwehr dienen soll.<\/li>\n<li><b>Reaktionsort<\/b> s. Reaktionsposition<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><b>Reaktionsposition (Reaktionsstelle, Gefahrenerkennungspunkt)<\/b> Momentanposition des Fahrzeuges zum Zeitpunkt der Reaktion des Lenkers. Die Reaktionsposition liegt im Notfall dort, wo sich das Fahrzeug im Zeitpunkt der Gefahrenerkennung, also ca. 1 s vor dem Beginn der Spurenabzeichnung befunden hat.<\/li>\n<li><b>Reaktionspunkt<\/b> Ende des Erkennungsvorgangs und Einleiten der Reaktion. In der Unfallrekonstruktion wird hier unterschieden zwischen dem aus dem Fahrverhalten tats\u00e4chlich nachweis\u00adbaren Reaktionspunkt und dem fr\u00fchestm\u00f6glichen Reaktionspunkt. Liegen zwischen diesen beiden Punkten erhebliche Zeitunterschiede, dann kann eine versp\u00e4tete Reaktion (= Reaktionsverzug) diskutiert werden.<\/li>\n<li><b>Reaktionsverzug<\/b> Dauer zwischen fr\u00fchestm\u00f6glichem und tats\u00e4chlichem Reaktionszeitpunkt (s. Reak\u00adtionspunkt).<\/li>\n<li><b>Reaktionszeit<\/b> Teil der Vorbremszeit. Zeitspanne zwischen dem Eintreten eines bestimmten Reizes (Reaktionsaufforderung) bis zur ersten darauf gerichteten Handlung.<\/li>\n<li><b>Reflex<\/b> Ein unwillk\u00fcrlicher, nicht bewusst erzeugter Bewegungsvorgang als Reaktion auf einen \u00e4u\u00dferen Reiz. \u00dcbertragung von den sensiblen auf die motorischen Nerven im R\u00fcckenmark &#8211; ohne zum Gehirn zu gelangen.<\/li>\n<li><b>Reichweite der Scheinwerfer<\/b> An der Hell-, Dunkelgrenze ausgerichtete Entfernungsangabe, die jedoch keinen verl\u00e4sslichen R\u00fcckschluss auf die tats\u00e4chliche Erkennbarkeitsentfernung von Objekten im Scheinwerferlicht zul\u00e4sst.<\/li>\n<li><b>Relative Erkennbarkeit<\/b> Erkennbarkeit eines Objektes f\u00fcr den Fahrzeuglenker unter Ber\u00fccksichtigung der Gr\u00f6\u00dfe, Farbe, des Kontrastes und der Reflexion des Objektes.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Schreckzeit<\/b> Zwischen Schreckanlass und Reaktion wegen Erschreckens ohne sinnvolle Abwehr\u00adhandlung verstrichene Zeit. Bei der Durchf\u00fchrung von Vermeidbarkeitsbetrachtungen wird in der Regel keine Schreckzeit ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Selektive Wahrnehmung<\/b> Im Wahrnehmungsprozess erfolgt je nach Zweckbestimmung der Verrichtung ein un\u00adbewusster Aussonderungsprozess.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Sichtbehinderung<\/b> Verk\u00fcrzung der Erkennungsentfernung: geometrische (ortsfeste, wie z. B. Hausecke oder Gartenbepflanzung und ver\u00e4nderliche, wie z. B. parkende Lkw); metrologische (z. B. Nebel); umfeldbedingte (Rauch)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Sichtgrenze<\/b> Begrenzung der Sicht durch Sichthindernisse oder schlechtere Sichtverh\u00e4ltnisse. Man unterscheidet zwischen ortsfesten Sichthindernissen, wie Geb\u00e4uden oder Anpflanzungen und beweglichen Sichthindernissen, wie beispielsweise parkenden Fahrzeugen. Bei der Angabe der witterungsbedingten Sichtgrenze sind in der Regel gr\u00f6\u00dfere Tolleranzen zu ber\u00fccksichtigen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Umsetzdauer<\/b> siehe Reaktionszeit<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><b>Wahrnehmen<\/b> Bemerken eines Objektes oder einer Situation. Die der Wahrnehmung folgende Erkennbarkeitsphase wird beeinflusst durch eine erforderliche Blickzuwendung und die Auganpassung.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Akkommodationszeit Vom Beleuchtungsniveau abh\u00e4ngig, bei 10 lx ist sie etwa 3mal so lang als bei 50 lx. nimmt mit zunehmendem Alter zu (siehe Blicksprung). Atavistische Reaktion Eine Reaktion, die einem in stammesgeschichtlicher Urzeit erlerntem Verhalten entspricht z. 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