{"id":608,"date":"2016-06-18T14:06:35","date_gmt":"2016-06-18T12:06:35","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=608"},"modified":"2016-06-19T23:42:48","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:48","slug":"weg-zeit-diagramm-teil-b","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=608","title":{"rendered":"Weg-Zeit-Diagramm Teil B"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Bisher wurden nur Diagramme gezeigt, in denen der Fahrvorgang eines einzigen Fahrzeuges betrachtet wurde. Im Regelfall wird aber in einem Weg-Zeit-Diagramm ein Kollisionsvorgang zwischen zwei oder mehr beteiligten Fahrzeugen untersucht. Die Verkn\u00fcpfung der in den Kollisionspunkt hineinf\u00fchrenden Fahrvorg\u00e4nge erfolgt dabei im Regelfall \u00fcber das eigentliche Kollisionsereignis. Voraussetzung f\u00fcr einen Zusammensto\u00df ist n\u00e4mlich, da\u00df beide Fahrzeuge sich zum Kollisionszeitpunkt am gleichen Punkt befinden. Mit dieser notwendigen Bedingung werden die Ann\u00e4herungsvorg\u00e4nge der Fahrzeuge zueinander in Bezug gebracht. Da die Fahrzeuge jedoch eine gewisse Ausdehnung besitzen, mu\u00df sich die Fahrlinie im Diagramm auch auf einen bestimmten Punkt beziehen. \u00dcblicherweise wird hierf\u00fcr die Fahrzeugfront gew\u00e4hlt, in einzelnen F\u00e4llen wird aber auch auf die Kontaktzone am Fahrzeug oder auf das Fahrzeugheck abgestellt. Die folgende Abb.zeigt ein praktisches Beispiel f\u00fcr die Verkn\u00fcpfung zweier mit konstanter Geschwindigkeit verlaufender Bewegungsvorg\u00e4nge von Pkw an einer rechtwinkligen Kreuzung.<\/p>\n<p>[Bild steht z.Z. nicht zur Verf\u00fcgung]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein direkter Bezug zwischen der Fahrzeugposition und der Position im Diagramm l\u00e4\u00dft sich in diesen F\u00e4llen nur noch f\u00fcr den Pkw A darstellen, da nur seine Bewegungsrichtung parallel zum Diagramm ausgerichtet ist. F\u00fcr Pkw B bezieht sich die im Diagramm eingetragene Skalierung auf die Hilfsskalierung in der Zeichnung, die zur Bewegungsrichtung des zweiten Fahrzeuges ausgerichtet ist. Gedanklich mu\u00df also die Hilfsskalierung des Pkw B in die Diagrammebene hineingeklappt werden. Aus dem Diagramm l\u00e4\u00dft sich beispielsweise ablesen, da\u00df Pkw A eine Sekunde vor der Kollision von der Unfallstelle noch 13,9 m entfernt war, also mit 50 km\/h gefahren ist. F\u00fcr Pkw B l\u00e4\u00dft sich f\u00fcr den Zeitpunkt eine Sekunde vor der Kollision eine Entfernung von 6,1 m ablesen, dies entspricht einer Geschwindigkeit von 22 km\/h. Wie in der Zeichnung dargestellt, lassen sich aus dem Diagramm f\u00fcrverschiedene Zeitpunkte der Ann\u00e4herungsvorg\u00e4nge nunmehr Zuordnungen ableiten. In der Zeichnung sind insgesamt 3 Zuordnungen eingezeichnet, die bei der Kollision, eine Sekunde davor und zwei Sekunden davor vorgelegen haben. Mit etwas Erfahrung kann man also aus dem Diagramm tats\u00e4chlich den Fahrplan des Unfalls sofort ablesen. Praktische Beispiele f\u00fcr die hierzu erforderlichen Arbeitsschritte werden bei den einzelnen Unfallarten noch vorgestellt.<\/p>\n<p>Weiterhin k\u00f6nnen in einem Weg-Zeit-Diagramm aber auch noch Sichtuntersuchungen f\u00fcr die Ann\u00e4herung von Fahrzeugen bei ortsfesten oder auch bei bewegten Hindernissen durchgef\u00fchrt werden. Die prinzipielle Vorgehensweise dabei ist in der Abb. unten dargestellt. Hier wird ein Ann\u00e4herungsvorgang eines Pkw an eine Kreuzung gezeigt, wobei durch ein Haus der Einblick in den rechts gelegenen Einm\u00fcndungstrichter eingeschr\u00e4nkt ist. Bei der Ann\u00e4herung des Pkw-Fahrers an diesen Trichter ver\u00e4ndern sich laufend die Sichtm\u00f6glichkeiten. Je weiter er von der Einm\u00fcndung entfernt ist, desto geringer ist die Sichtweite, je n\u00e4her er an die Einm\u00fcndung kommt, umso tiefer kann er die untergeordnete Fahrbahn einblicken. In der folgenden Zeichnung sind die jeweiligen Sichttiefen f\u00fcr t1 bis t3 geometrisch exakt konstruiert.<\/p>\n<p>[Bild steht z.Z. nicht zur Verf\u00fcgung]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei wurde auch ber\u00fccksichtigt, da\u00df das Fahrzeug eine r\u00e4umliche Ausdehnung hat, und die Beobachterposition des Fahrzeugf\u00fchrers wurde mit einbezogen. Aus den geometrischen Zusammenh\u00e4ngen ergeben sich hier f\u00fcr die Sichttiefen s1 bis s3. Wann die drei Positionen des Fahrzeuges t1 bis t3 durchfahren werden und somit auch die jeweiligen Sichttiefen s1 bis s3 vorliegen, ist geschwindigkeitsabh\u00e4ngig. Liegt der Ann\u00e4herungsvorgang des Pkw fest, l\u00e4\u00dft sich aus dem Weg-Zeit-Dia\u00adgramm bestimmen, zu welchem Zeitpunkt vor dem Unfall die drei Positionen t1 bis t3 erreicht werden. Die jeweiligen Sichttiefen zu diesem Zeitpunkt lassen sich dann ebenfalls im Weg-Zeit-Diagramm f\u00fcr den Ann\u00e4herungsvorgang des zun\u00e4chst verdeckten Fahrzeugs oder Fu\u00dfg\u00e4nger eintragen und durch eine mehr oder weniger stark gekr\u00fcmmte Sichtbegrenzungslinie oder Sichtschattenlinie verbinden. In diesem Beispiel ist eine Kollision mit einem die Fahrbahn von rechts nach links kreuzenden Fahrradfahrer untersucht, der die Fahrbahn mit erheblicher Geschwindigkeit ohne anzuhalten \u00fcberquerte. Seine Geschwindigkeit lag bei 12 km\/h. Die entsprechende Fahrlinie ist in der rechten H\u00e4lfte des Diagramms eingetragen. Es l\u00e4\u00dft sich nun zeigen, da\u00df der Radfahrer mit seiner Fahrzeugfront erstmals in der Position \u201eW\u201c sichtbar wurde, die rund 1,5 s vor der Kollision erreicht war. Eine weitere Zeitspanne von 0,2 s vergeht, bevor das Fahrrad bei dieser Geschwindigkeit vollst\u00e4ndig sichtbar ist. Au\u00dferdem ben\u00f6tigt der Autofahrer eine Blickzuwendung von etwa 0,5 s, um den Radfahrer zu sehen. Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Umst\u00e4nde kann bei dieser Geschwindigkeit des Fahrrades eine wirkungsvolle Abbremsung vor der Kollision nicht mehr erfolgen. Aus der Sichtschattenkonstruktion ergibt sich also, da\u00df der Unfall f\u00fcr den Pkw-Fahrer unvermeidbar gewesen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher wurden nur Diagramme gezeigt, in denen der Fahrvorgang eines einzigen Fahrzeuges betrachtet wurde. Im Regelfall wird aber in einem Weg-Zeit-Diagramm ein Kollisionsvorgang zwischen zwei oder mehr beteiligten Fahrzeugen untersucht. 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