{"id":85,"date":"2016-06-15T21:48:27","date_gmt":"2016-06-15T19:48:27","guid":{"rendered":"http:\/\/uf.fsar.de\/?page_id=85"},"modified":"2016-06-19T23:42:46","modified_gmt":"2016-06-19T21:42:46","slug":"betrugsarten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/?page_id=85","title":{"rendered":"Betrugsarten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die wichtigsten vier Betrugsarten:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>Der verabredete Unfall<\/em><br \/>\nNach diesem ersten modus operandi findet der Crash tats\u00e4chlich statt. Er wird von allen Beteiligten vorher geplant und zu einer verabredeten Zeit ausgef\u00fchrt. H\u00e4ufig wird dem Schadenereignis ein offizieller Anstrich gegeben, in dem die Polizei gerufen wird, damit sie einen Unfallbericht schreibt. In diesen F\u00e4llen wird der Unfall an Ort und Stelle aufgef\u00fchrt. In anderen F\u00e4llen, in denen kein offizieller Polizeibericht vorliegt, wird der Unfall meist auf einem privaten Gel\u00e4nde gestellt, auf dem die Betr\u00fcger arbeiten k\u00f6nnen. F\u00fcr die Schadenmeldung an die Versicherung wird er auf eine f\u00fcr die Unfallstory geeignete Stra\u00dfe verlagert.<\/li>\n<li><em>Der provozierte Unfall<\/em><br \/>\nIn diesen F\u00e4llen haben wir einen T\u00e4ter und ein Opfer. Der T\u00e4ter plant den Unfall und f\u00fchrt ihn alleine aus. Das Opfer ist bez\u00fcglich des tats\u00e4chlichen Ablaufs ahnungslos. Das Szenario wird immer so gew\u00e4hlt, dass der Anscheinsbeweis f\u00fcr den T\u00e4ter spricht. Hier die gebr\u00e4uchlichsten Vorgehensweisen:<\/li>\n<li><em>Provozierte Auffahrkollision<\/em><br \/>\nDas Opfer wird von einer pl\u00f6tzlichen und starken Bremsung des vor ihm befindlichen Fahrzeugs \u00fcberrascht. Nach dem Unfall hat der T\u00e4ter eine plausible Entschuldigung f\u00fcr dieses Bremsman\u00f6ver, beispielsweise ein Fu\u00dfg\u00e4nger, der die Fahrbahn betreten hat oder ein Ampelphasenwechsel von Gr\u00fcn auf Gelb. Sogar wenn der Sicherheitsabstand des Nachfolgenden ausreicht, kann ein Auffahren mit hoher Wahrscheinlichkeit erreicht werden, wenn der T\u00e4ter daf\u00fcr sorgt, dass die Bremsleuchten seines Fahrzeugs nicht in Betrieb sind. Hierzu gen\u00fcgt es bei den meisten modernen Kraftfahrzeugen, die Z\u00fcndung direkt vor der Bremsung durch eine rasche Schl\u00fcsseldrehung auszuschalten und dann direkt nach dem Crash wieder einzuschalten.<\/li>\n<li><em>Kollision nach Standstreifennutzung<\/em><br \/>\nEine erst k\u00fcrzlich aufgedeckte Variante ist das Auflauern von Fahrzeugen, die vor einem Abbiegestreifen den \u201eStandstreifen\u201c in unzul\u00e4ssiger Weise zur Vorbeifahrt an einer stehenden Fahrzeugschlange ausnutzen. Der T\u00e4ter befindet sich innerhalb der Schlange in H\u00f6he des Abbiegestreifens. Dort richtet er seinen Spurwechsel zum Abbiegen so knapp ein, dass das vom Standstreifen kommende Fahrzeug auf das T\u00e4terfahrzeug auffahren muss. F\u00fcr die hinzugerufenen Polizei ist die Schuldfrage sofort eindeutig gekl\u00e4rt: Auffahrunfall nach unzul\u00e4ssiger Standstreifennutzung.<\/li>\n<li><em>Vorfahrtsfalle<\/em><br \/>\nIn einer allt\u00e4glichen Situation, bei der der T\u00e4ter die Vorfahrt besitzt,<\/p>\n<div id=\"attachment_86\" style=\"width: 269px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86\" class=\"wp-image-86\" src=\"https:\/\/unfallanalyse.hamburg\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Betrug_Vorfahrtsfalle.jpg\" alt=\"Betrug_Vorfahrtsfalle\" width=\"259\" height=\"215\" \/><p id=\"caption-attachment-86\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung zur Vorfahrsfalle<\/p><\/div>\n<p>verzichtet er gegen\u00fcber einem diesem Vorfahrtsrecht untergeordneten Fahrzeug bewusst auf Abwehrma\u00dfnahmen.Oft ermuntert er den untergeordneten Fahrzeugf\u00fchrer durch langsame, defensive Fahrweise noch zum Einscheren oder Einbiegen. Anstatt zu bremsen oder auszuweichen, beschleunigt er anschlie\u00dfend und steuert auf das Fahrzeug des Opfers zu.<\/p>\n<p>Die Abbildung zeigt das Beispiel eines Unfalls, der ganz offensichtlich in dieser Form provoziert wurde.Beispiel: Der T\u00e4ter nutzt bei seiner Ann\u00e4herung das Sichthindernis geschickt aus. Die dennoch \u00fcberraschend schnell erfolgende Ausweichreaktion seines Opfers nach links verleitet ihn dazu, ihm in die Gegenfahrbahn zu folgen. Diese Verhalten kann nur durch eine vors\u00e4tzliche Handlung plausibel erkl\u00e4rt werden .<\/li>\n<li><em>Spurwechselmethode<\/em><br \/>\nDer T\u00e4ter w\u00e4hlt hierzu eine \u00d6rtlichkeit, in der nicht ortskundige Fahrer h\u00e4ufig gezwungen werden, einen pl\u00f6tzlichen Spurwechsel durchzuf\u00fchren. Der T\u00e4ter versteckt sich im \u201etoten Winkel\u201c der Seitenspiegel des Opfers und beschleunigt, sobald der Spurwechsel eingeleitet wird. Nachdem die Streifkollision mit dem Opfer beendet ist, stoppt der T\u00e4ter sofort mit einer spurzeichnenden Abbremsung, um damit seine Querposition innerhalb des eigenen Fahrstreifens und den unfallausl\u00f6senden Spurwechselvorgang des Opfers gegen\u00fcber der Polizei nachzuweisen.<\/li>\n<li><em>Der ausgenutzte Unfall<\/em><br \/>\nNach einem zuf\u00e4lligen Unfallereignis versucht der Gesch\u00e4digte, eine h\u00f6here Schadensumme, als gerechtfertigt, zu erlangen. Entweder verschweigt er bereits bestehende Unfallsch\u00e4den oder M\u00e4ngel an seinem Fahrzeug oder vergr\u00f6\u00dfert die tats\u00e4chlichen Unfallsch\u00e4den. Die zweite M\u00f6glichkeit, vom Fahrzeughalter ausgef\u00fchrt, macht allerdings nur Sinn, wenn eine fiktive Abrechnung erfolgt.<br \/>\nDas Verschweigen von Vorsch\u00e4den und unrichtige Angaben zum Wert eines Fahrzeugs sind auch in der Normalbev\u00f6lkerung sehr weit verbreitet. Dieses Verhalten lie\u00dfe sich seitens der Versicherungen nur durch einen kritischen Umgang mit jedem einzelnen Schadenfall eind\u00e4mmen.Die vors\u00e4tzliche Schadenausweitung erfreut sich insbesondere bei Reparaturwerkst\u00e4tten gr\u00f6\u00dfter Beliebtheit. Stellt der Gesch\u00e4digte bei einem unverschuldeten Unfall der Werkstatt eine Abtretungserkl\u00e4rung aus, werden h\u00e4ufig vor dem Eintreffen des Schadensachverst\u00e4ndigen geschickt platzierte Einbeulungen an zuvor unbesch\u00e4digten Teilen vorgenommen oder korrekt passende Bauteile werden verstellt, um einen Verzug vorzut\u00e4uschen. Die Verdienstm\u00f6glichkeiten bei diesen Ma\u00dfnahmen ist enorm: Mit wenigen Handgriffen lassen sich in Minuten einige Tausender zus\u00e4tzlich verdienen. Das Entdeckungsrisiko des Betr\u00fcgers geht hier gegen Null, da fast nie festzustellen ist, wer f\u00fcr die Schadenausweitung (Halter, Werkstatt oder der gro\u00dfem Unbekannte) verantwortlich ist.Die von verschiedenen Versicherungen auch bei sog. Vertrauenswerkst\u00e4tten durchgef\u00fchrten Stichproben haben ergeben, dass fast in jedem Schadenfall erheblich h\u00f6here Werkstattkosten geltend gemacht werden, als tats\u00e4chlich erforderlich. Nach Versicherungsangaben liegt mittlerweile fast jeder Bagatellschaden ohne Besichtigung knapp unterhalb der Grenze f\u00fcr eine Reparaturfreigabe.<br \/>\nAufgrund dieses Verhalten werden die erzielten Einsparungen eines Schadengutachtens durch die in diesem Abschnitt genannten Betrugsvarianten zum ausgenutzten Unfall und \u00fcberh\u00f6hte Werkstattkosten mehr als aufgezehrt.<\/li>\n<li><em>Der Papier-Unfall<\/em><br \/>\nDer gegen\u00fcber der Versicherungsgesellschaft gemeldete Unfall hat nie stattgefunden. Die in den Unfall verwickelten Fahrzeuge waren nie in Kontakt. Die Sch\u00e4den sind entweder manuell erzeugt oder kommen aus einem Vorunfall. H\u00e4ufig werden schwer besch\u00e4digte Unfallwagen preiswert angekauft und wieder zugelassen. Sie erleiden dann \u2013angeblich vollst\u00e4ndig repariert- nach kurzer Zeit einen weiteren schweren Unfall, f\u00fcr den eine Versicherung aufkommen soll.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wichtigsten vier Betrugsarten: Der verabredete Unfall Nach diesem ersten modus operandi findet der Crash tats\u00e4chlich statt. Er wird von allen Beteiligten vorher geplant und zu einer verabredeten Zeit ausgef\u00fchrt. H\u00e4ufig wird dem Schadenereignis ein offizieller Anstrich gegeben, in dem die Polizei gerufen wird, damit sie einen Unfallbericht schreibt. 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